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Samstag, 25. April 2015

Welcher Sprache ähnelt die polnische Sprache ?




Welcher Sprache ähnelt die polnische Sprache ? Der deutschen oder der russischen Sprache? Ich werde häufig danach gefragt, worauf ich immer antworte, dass Polnisch weder an Deutsch, noch an Russisch, noch an irgendeine andere Sprache erinnert. Das stimmt aber nicht ganz.

Slawische Sprachen sind in drei Unterkategorien aufgeteilt: Ostslawisch (Russisch, Ukrainisch und Weißrussisch), Westslawisch (Polnisch, Tschechisch, Slovakisch und Sorbisch) und Südslawisch (Slovenisch, Serbisch-Bosnisch-Kroatisch, Mazedonisch und Bulgarisch). Sprachen werden in Gruppen und Untergruppen auf Basis von grammatikalischen und lexikalischen Ähnlichkeiten aufgeteilt, es handelt sich aber immer um eine ungenaue Klassifizierung.

Unter westslawischen Sprachen gibt es eine bestimmte Ähnlichkeit und gegenseitige Verständlichkeit. Wenn jeder in seiner eigenen Sprache spräche, würden sich sowohl ein Tscheche und ein Slowake, als auch ein Pole und ein Slowake gegenseitig verstehen. Überraschenderweise würden aber ein Tscheche und ein Pole dabei größere Schwierigkeiten haben. Vielleicht ist das auch ein psychologisches Hindernis, weil Polen Slowakei mehr zu mögen scheinen als Tschechien. In der Tat ist die Slowakei ein sehr katholisches Land und ein beliebtes Urlausbziel, dagegen gehören die meisten Tschechen keiner Konfession an (aus historischen Gründen, die auf die Hussitenrevolten zurückgehen) und angeblich sind in Tschechien die Frauen ... hässlich.

Sowohl Slowakisch als auch Tschechisch klingen einigermaßen komisch für ein polnisches Ohr. In beiden Sprachen sollte man allerdings aufpassen und die polnischen Wörter "szukać" (suchen) oder "słychać" (zuhören) vermeiden, die man leicht mit dem tschechischen und slowakischen Wort "šukat" verwechseln kann. Praktisch jeder Pole kann eine Geschichte über ein Missverständis wegen dieses Wortes erzählen, als während eines Aufenthaltes in der Slovakei oder in Tschechien Sätze wie "Ich suche meine Lehrerin" oder "Wir sind alle auf der Suche nach ihm" gesagt wurden.

Polnisch ist auch einer anderen größeren Sprache ziemlich ähnlich: Ukrainisch. Diese Sprache gehört der ostslawischen Gruppe an, ihr Wortschatz ist aber näher der Polnischen als der Russischen. Das kommt aus der ukrainischen Geschichte, denn das Land wurde "russisch" geboren, verblieb aber über Jahrhunderte in einer engen Beziehung mit Polen. Es gibt einige "praktische" Kurse Ukrainisch für Polen, die zu einem guten Verständis der Sprache nach wenigen Wochen begleiten.

Trotzdem ist die Beziehung zwischen Polen und Ukrainern einigermaßen ... komplex. Es gibt immer noch eine historische Feindlichkeit zwischen diesen zwei Ländern, die noch nicht vergessen wurde. Tatsächlich war vor dem Beginn der ukrainischen Krise der Genozid von Wolhynien ein beliebtes Thema in den polnischen Medien, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von ukrainischen Partisanen an der dortigen polnischen Bevölkerung verübt wurde. Außerdem betrachten leider viele Polen Ukrainisch immer noch als einen Dialekt der russischen Sprache - was man einem Deutschen oder einem Italiener verzeihen könnte, aber nicht einem Polen. Es besteht aber keinen Zweifel daran, dass Ukrainisch eine selbstständige Sprache ist, die eine beachtliche Literatur besitzt und die von fast 40 Millionen Menschen gesprochen wird, wie Polnisch.

Ukrainisch klingt auch sehr angenehm für ein polnisches Ohr - viel mehr als Russisch. Ukrainisch wurde angeblich in einem Wettbewerb als zweitschönste Sprache nach (selbstvertständlich) Italienisch in Europa gewählt, obwohl ich nicht genau weiß wann und wo er stattgefunden hat. Die ukrainische Musik ist einigermaßen beliebt in Polen. In der Tat gibt es einige erfolgreiche Musikgruppen in Polen, wie zum Beispiel Mirami und Enej, die auf Ukrainisch singen. Es sind normalerweise die Ukrainer, und nicht die Russen, die in den Sinn kommen, wenn man über die "slawischen Brüder" spricht.

Weißrussisch ist dem Polnischen auch recht nah, aber in geringerem Maße, und das hat sowieso weniger Bedeutung, da diese Sprache selbst in Weißrussland kaum gesprochen wird. Russisch dagegen ist ziemlich weit entfernt von Polnisch, und für Polen ist diese Sprache fast ebenso schwierig zu erlernen wie für "Nicht-Slawen". Außerdem wählen sie normalerweise nicht Russisch, wenn sie eine neue Kultur und Mentalität kennenlernen möchten. Wenn man aber schon Polnisch gelernt hat, wird es einem leichter fallen, die russische Grammatik zu verstehen (und umgekehrt). Trotzdem sind diese zwei Sprahen sehr unterschiedlich und weit weg von einer gegenseitigen Verständlichkeit. Das gleiche gilt für Polnisch und südslawische Sprachen.

Daher stimmt es nicht, dass Polnisch keiner anderen Sprache ähnelt - es ist aber wahrscheinlich wie keine andere Sprache, die ihr schon gelernt habt. Wenn man aber gut Polnisch kann, kann man sich damit auch in einigen der benachbarten Länder einigermaßen verständigen.

Montag, 30. März 2015

Gender und Feminismus in Polen

Gender zerstört Polen! Gender zerstört die Familie.
Ich habe mehrmals in den Medien in Polen von den Gender-Ideologie gehört, aber am Anfang war es mir unklar, worum es eigentlich ging. Große Teile der Bevölkerung glauben, dass die Europäische Union eine sogenannte "Gender-Ideologie" verbreitet, und somit beabsichtigt, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu verwischen, was gefährlicher als Nazismus und Kommunismus ist. Tatsächlich, wenn ein kleiner Junge aus Versehen mit einer Puppe spielen sollte, wird er fast unvermeidlich zu einem Homosexuellen, dagegen werden Mädchen, die mit Autos spielen sollten, keine Kinder gebären wollen. Außerdem würde sexuelle Erziehung in der Schule die Jungs zu Pervertierten machen, über Sex sollten sie sich anhand Internetpornographie schlau machen.

Diese Leute befürchten auch, dass die Gender Ideologie zu mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen führen könnte. Dann könnten alle Männer zu Homosexuellen werden, wie es in Westeuropa schon passiert ist. Moment...

Manchmal wird das Thema Gender mit Feminismus vermischt. Im Unterschied zum Westen gibt es in Polen keine verbreitete Meinung, dass Frauen sich wie Männer verhalten müssten, um zu den gleichen Rechten zu kommen. Daher sind Frauen in Polen weiblicher und erwarten, dass sie mit Galanterie behandelt werden: man sollte ihnen den Sitz überlassen, die Türen öffnen, ihnen beim Gepäcktragen helfen, ihnen in den Mantel helfen, zuerst ihnen die Hände schütteln und vor allem in ihrer Anwesenheit nicht schimpfen.

Es muss erwähnt werden, dass in Polen wie in den anderen osteuropäischen Ländern ist der Anteil der Frauen, die eine Machtposition innehaben, höher als in Westeuropa ist. Das ist eine Hinterlassenschaft des Kommunismus, der den Frauen die gleichen Rechte und vor allem die gleichen Pflichten wie den Männern gab. Trotzdem sind es in den polnischen Haushalten immer noch die Frauen, die die Hausarbeiten erledigen.

Die Angst vor der Gender-Ideologie hat auch damit zu tun, dass der Feminismus im "westlichen" Sinn in Polen nicht existiert. Der Feminismus kann auch für Männer günstig sein, die somit von den sozialen Konventionen nicht dazu gezwungen werden, unbekannten Frauen behilflich zu sein. Ich bin der gleichen Meinung wie der Hauptprotagonist des Filmes "Dzien Swira" in dieser Szene: Ich bin für die volle Gleichheit der Geschlechter, sowohl in den Rechten als auch in den Pflichten.

Sonntag, 22. März 2015

#OMGKRK



Was ist der wichtigste Grund, warum ich mich entschieden habe, in Polen und gerade in Krakau zu arbeiten? Nicht wegen der Frauen oder des Papstes, sondern wegen der Programmierer.

Polnische Programmierer gehören zu den besten weltweit - das beweisen die vielen gewonnenen Preise bei Programmierwettbewerben. Die technische Ausbildung in Schulen und Universitäten ist sehr gut und während des Studiums muss man Praktika absolvieren - auch bei meinem Projekt bei Comarch nehmen Studenten an produktiven Aufgaben teil. Die Anzahl der Absolventen ist hoch, weil die Begabten immer die Chance haben, zu studieren, selber wennihnen wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Der Beruf des Programmierers gehört in Polen zu denjenigen, die am besten bezahlt werden (anders als zum Beispiel in Italien). Die Arbeitgeber können unterschiedliche Kompetenzstufen in verschiedenen Technologien wahrnehmen und einschätzen, daher sind technische Fähigkeiten die wichtigsten Auswahlkriterien bei den Vorstellungsgesprächen..

Ich habe an vielen IT- und Karrieremessen, sowie an abendlichen Treffen von Technikbegeisterten teilgenommen. Davon gibt es in Krakau und in Polen sehr viele, allerdings sind Polnischkenntnisse notwendig, um davon zu profitieren. Nirgendwo anders habe ich so viel Begeisterung für die Technologie wie hier gesehen. Es gibt ein Tag auf Twitter und Facebook, um die Events zu verfolgen: #OMGKRK. Nicht ohne Grund sagt man, dass Krakau das Offshoring-Zentrum Nummer Eins in Europa ist.

Es war in Polen, das ich zum ersten Mal erlebt habe, was in meinen früheren Projekten vor Ort beim Kunden immer nur ein Wunschtraum war: die konsistente Prüfung jedes Code-Ausschnittes durch einen zweiten Entwickler, bevor er eingecheckt wird, das heißt, das Vier-Augen-Prinzip. Ich erlebe hier auch einen Ansatz “Technology First”, in dem sich vorrangig zu den neuen Technologien öffnet, statt sich ausschließlich an die Wünsche des Kunden anzupassen. Wenn man an den technologischen Fortschritt glaubt, ist so ein Ansatz sehr befreiend.

Was in Polen auch sehr gut funktioniert, ist die Einbindung von neuen Mitgliedern in ein Team. Die neuen Mitarbeiter werden mit einer sehr großen Geschwindigkeit produktiv. Teilweise bereue ich, dass ich meine Karriere als Programmierer nicht in Polen begonnen habe - heutzutage wäre ich wahrscheinlich ein besserer Programmierer. Dennoch können sich meine professionellen Kompetenzen hier immer noch ausbauen.

Es gibt andere Bereiche, in denen aber die Polen nicht ebenso gut sind - davon aber ich habe schon gesprochen.

Dienstag, 17. März 2015

Schwarzer Humor



Ich habe schon geschrieben, dass ich polnische Komödien wie Mis, Sexmisja und Rejs nicht besonders lustig finde. Noch schlimmer für mich sind aber polnische Witze.

Zwei Männer in Polen unterhalten sich. Der erste sagt: “In den nächsten Monaten werden die Russen kommen, uns alle in Zugwagen verstauen und nach Sibirien deportieren!” Der zweite erwidert: “Du bist aber ein Optimist! Wenn die Russen kommen, werden wir alle zu Fuss nach Sibirien gehen müssen !” Und dann endet der Witz. So wird er von Stephen Möller erzählt. Ich würde einen dritten Mann dazunehmen, der darauf antwortet : “Ihr beide seid zu optimistisch! Die Russen werden uns zuerst die Beine abschneiden und wir werden alle nach Siberien kriechen müssen!”
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Seid ihr noch am Lachen? Ich nicht. Das ist ein typisches Beispiel vom polnischen schwarzen Humor. Schauen wir uns einen anderen Witz an.

Ein Mann kommt von der Arbeit zurück und hat Lust, seine Frau zu verprügeln. Dazu braucht er aber eine Ausrede. Er sagt ihr “Ich möchte eine Suppe!” - auf den Tisch kommt gleich eine leckere Suppe. “Ich möchte einen Schnitzel!” Blitzschnell kocht seine Frau einen Schnitzel. Dann sagt der Mann : “Kriech unter den Tisch!” . Die Frau kriecht gehorsam unter den Tisch. “Und jetzt bell!” , sagt der Mann, und seine Frau bellt. “Was ? Du bellst deinen Herrchen an ? Jetzt wirst du den Arsch voll kriegen!” . Diesen Witz habe ich auch in diesem Portal gefunden.
Polen erzählen gerne diese Art Witze, selbst wenn Frauen anwesend sind.

Ich werde noch einen besseren Witz erzählen. Ein Mann hat seine Frau ins Krankenhaus gebracht und wartet auf die Entbindung neben dem Kreisssaal. Ein Arzt kommt aus dem Saal und trägt ein Baby. Der Mann greift nach dem Baby, aber der Arzt lässt es fallen. Der Arzt schlägt dann das Baby gegen die Wand und prügelt mit Fäusten darauf. Der Mann ist verzweifelt. Der Arzt beruhigt ihn : “Das war ein Scherz! Das Baby war bei der Geburt schon tot !”. Diesen Witz habe ich bei einem Abendessen mit den Kollegen gehört, und alle bis auf mich haben es lustig gefunden. Später habe ich diesen Witz in diesem Forum gefunden.

Es scheint nicht besonder schwierig zu sein, die Polen zum Lachen zu bringen. Das Kind sagt : “Vati! Vati! Adam hat mein Spielzeugauto kaputtgemacht!” Der Vater darauf : “Geschieht dir recht! Das hat er getan, weil du ein Arschloch bist!” Hier kann man den Comic-streifen finden. Nein, dieser Witz ist nicht nur für Teenagers gedacht, sondern auch für Erwachsene. Mir wurde gesagt, dass ich keinen Humor habe, weil ich ihn nicht verstanden habe.

Findet irgendjemand diese Witze lustig, der nicht aus Polen stammt ? Mich würde es interessieren.

Freitag, 6. März 2015

Viva Polonia


Ich habe gerade das Buch "Viva Polonia" von Steffen Möller gelesen, der sich als einen "deutschen Gastarbeiter in Polen" betrachtet. Ich bin gegenüber diesem Buch immer skeptisch gewesen, weil ich schon einige Teile im Polnischkurs gelesen hatte und mir seine Meinungen über die polnische Sprache nicht gefallen haben. Er vergleicht Polnisch mit anderen Sprachen wie Englisch und Italienisch. Meiner Meinung nach wäre ein Vergleich mit anderen osteuropäischen Sprachen viel sinnvoller.

Das Buch ist aber interessant und es lohnt sich, es zu lesen. Der Autor empfindet Hassliebe für Polen. In diesem Land hat er aber seine Berufung gefunden und ist zu einem bekannten Schauspieler und Komödianten  geworden. Alle erkennen ihn, wenn er unterwegs ist. Daher lernt er interessante Leute kennen, wie zum Beispiel einen ehemaligen deutschen Soldaten, der während des zweiten Weltkriegs desertierte, und nie nach Deutschland zurückgekehrt ist, weil er sich für seinen Verrat schämte.

Ich kann viele von seinen Äußerungen nachvollziehen. Wie ich auch, versteht der Autor den polnischen Humor nicht und findet, dass die Polen wenig kommunikativ und pessimistich sind und viel jammern - und das kommt von einem Deutschen ! Es gibt viele interessante Bemerkungen, wie zum Beispel, dass es in Polen sehr früh dunkel wird, weil das Land sich in der gleichen Zeitzone wie Spanien befindet, oder dass die Polen sehr gerne Kosenamen verwenden. Deswegen ist ein Besuch beim Zahnarzt nicht so schrecklich, weil dort nur das Karieslein auf dem Zahnlein geheilt wird.

Mit anderen Äußerungen bin ich nicht unbedingt einverstanden. Abgesehen von den Beschwerden über die Sprache (die eigentlich nicht schwieriger als viele andere Sprachen ist) hat mich die Meinung insbesonders verblüfft, dass die Polen.... die Italiener Nordeuropas sind, weil sie nicht die gleichen Ängste und Bessesenheiten der Deutschen teilen. Aus den gleichen Gründen könnte man behaupten, dass Inder, Griechen und Morokkaner auch Italiener sind. Ich bin aber der Meinung, dass die Polen und Deutschen sich sehr ähneln. Sie sind übrigens auf die gleiche Art von Regelungen besessen. Möglicherweise würden viele Deutschen und Polen diese Meinung nicht teilen.


Am nützlichsten in dem Buch sind höchstwahrscheinlich die praktischen Tips. Man sollte schon wissen, dass das Dreieck für die Herrentoilette und der Kreis für die Damentoilette steht - und niemand weiß warum. Die angenehmsten Teile des Buches sind aber die Beschreibungen einiger Alltagssituationen in Polen - wie zum Beispiel Kirchenbesuche, Zugfahrten und Arbeitssituationen, währenddessen praktisch ohne Unterbrechung Witze erzählt werden.

Sonntag, 25. Januar 2015

Meine Eindrücke vom Spiel "This War of Mine"



Laut einer Umfrage unter polnischen Spielern ist “This war of mine” der von mir schon erwähnten Warschauer "11 bit Studios” das beste polnische Spiel des Jahres 2014. Wie wir es von dieser Firma gewohnt sind, handelt es sich um ein innovatives und originelles Spiel, das man zum ersten Spiel eines neuen Genres zählen könnte.

“This War of Mine” vereinigt Elemente aus den sogenannten Survival-Spielen, die typischerweise eine postapokalyptische, von Zombies verseuchte Welt darstellen, mit Elementen aus Spielen wie The Sims und Minecraft. Hinzugefügt werden aber noch andere Elemente, daher weiß ich nicht, ob es ein halbwegs ähnliches Spiel gibt.

Im Spiel “This war of mine” führt man eine kleine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Persönlichkeit und Eigenschaften. Das Ziel ist das Überleben in einer Stadt, die von einem Bürgerkrieg heimgesucht wird, und in der die öffentliche Infrastruktur und die meisten Fabriken nicht mehr in Betrieb sind. Man sollte sich selbstverständlich darum kümmern, dass die Gruppenmitglieder genügend Nahrung und Schlaf bekommen, gesundheitlich versorgt werden, dass es in ihrer zerbombten Wohnung warm ist und dass sie sich auch gelegentlich entspannen können. Es gibt auch Interaktionen mit den anderen Überlebenden in der Stadt, die auch feindlich sein können, daher sind Waffen und Kampf ein wichtiges Teil des Spiels.

Die Grafik des Spiels ist nicht gerade bezaubernd, weil sie weder dreidimensional noch isometrisch ist. Das ist aber Absicht, weil man die Stimmung des Anfangs der neunziger Jahre wieder herstellen möchte, als die Jugoslawien-Kriege ausgetragen wurden. Das Spiel ist in der Tat an diese Kriege angelehnt, obwohl es auch Referenzen zu der aktuellen Situation in der Ukraine gibt. Die Atmosphäre ist eben eine der Stärken dieses Spiels - man fühlt sich wirklich inmitten des Krieges.

Wie üblich habe ich mir zuerst einige “Let´s play Videos” auf Youtube angeschaut, um mir eine Idee vom Spiels zu verschaffen. Ich hatte aber kein Glück und nur ziemlich durchwachsene Spieler gefunden, von denen ich aber trotzdem etwas gelernt habe. Das Ziel dieser Videos ist übrigens eher zu unterhalten als einen perfekten Durchlauf zu zeigen, dazu ist es nicht leicht gleichzeitig zu spielen und zu sprechen - ich kann es zum Beispiel nicht.

Leider hatte ich mich dadurch in das Spiel verliebt und plötzlich sehnte ich mich unwiderstehlich danach, es selber zu probieren. Weil ich hier in Krakau keinen passenden Rechner besitze, habe ich mich endlich entschieden den Schritt zu wagen und ein mächtiges Notebook zu kaufen, das mit einem Intel Core i7  Prozessor und einer  NVIDIA GeForce Grafikkarte ausgestattet ist.

Anschließend habe ich bei es meinem zweiten Versuch geschafft, Roman, Arica, Bruno und Zlata bis zum Ende des Krieges zu begleiten. Leider mussten aber die von mir kontrollierten Spielfiguren stehlen und töten, um überleben zu können. Nachfolgend werde ich es mit der Gruppe von Marcin, Emila und Boris versuchen, die es viel schwerer haben wird, weil die Handlung gleich im Winter beginnt.

Im Moment ist “This War of Mine” das einzige Spiel, das auf meinem Notebook installiert ist und das ich spielen möchte. Es handelt sich um einem in Polen hergestelltes Spiel, das man zum Glück auch auf Polnisch spielen kann.

Freitag, 16. Januar 2015

Schwimmbäder, Meer, Seen und Berge


In Krakau gibt es kein Meer, aber wenigstens gibt es Schwimmbäder. Ich gehe zu einem, wo es auch ein Fitnessstudio gibt. Das Schwimmbad befindet sich gleich neben der Firma, in der ich arbeite, und für Angestellte ist der Zugang frei. Aufgrund dessen ist es normalerweise ziemlich voll, vor allem wenn man es gleich nach der Arbeit besucht. Es ist aber halb so schlimm.

Zum Glück gibt es genügend Schwimmbäder in Krakau. Dieser Seite zufolge sind es 31, was für eine Stadt von 800.000 Einwohnern überhaupt nicht schlecht ist.

Im Winter gibt es übrigens keine andere Möglichkeit zu schwimmen, im Sommer ist es aber nicht viel besser. Ich kenne keine Seen in der Umgebung von Krakau, im Gegensatz zu einigen Gegenden in Zentral- und Nordpolen, in denen jede Menge schöne Seen gibt.

Im Sommer kann man auch an die Ostsee fahren, die sich mehrere hunderte Kilometer nördlich von Krakau befindet. Es gibt dort viel mehr Leute, als man erwarten könnte, und billig ist es auch nicht. Es gibt mit Sicherheit viele Ortschaften am Mittelmeer, die günstiger sind. Wenn sie keine Fremdsprachen können oder keine Überraschungen möchten, verbringen die Polen aber lieber ihren Urlaub am Polnischem Meer, selber wenn es dort oft jeden zweiten Tag regnet.

In Polen würde ich meine Ferien eher in den Bergen verbringen, in den Karpaten. Sie sind billiger und nicht so überfüllt wie die Alpen. Die Slowakei, mit ihren schönen Landschaften und den vielen Bergen und Wäldern, ist auch nicht weit weg.