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Sonntag, 22. März 2015

#OMGKRK



Was ist der wichtigste Grund, warum ich mich entschieden habe, in Polen und gerade in Krakau zu arbeiten? Nicht wegen der Frauen oder des Papstes, sondern wegen der Programmierer.

Polnische Programmierer gehören zu den besten weltweit - das beweisen die vielen gewonnenen Preise bei Programmierwettbewerben. Die technische Ausbildung in Schulen und Universitäten ist sehr gut und während des Studiums muss man Praktika absolvieren - auch bei meinem Projekt bei Comarch nehmen Studenten an produktiven Aufgaben teil. Die Anzahl der Absolventen ist hoch, weil die Begabten immer die Chance haben, zu studieren, selber wennihnen wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Der Beruf des Programmierers gehört in Polen zu denjenigen, die am besten bezahlt werden (anders als zum Beispiel in Italien). Die Arbeitgeber können unterschiedliche Kompetenzstufen in verschiedenen Technologien wahrnehmen und einschätzen, daher sind technische Fähigkeiten die wichtigsten Auswahlkriterien bei den Vorstellungsgesprächen..

Ich habe an vielen IT- und Karrieremessen, sowie an abendlichen Treffen von Technikbegeisterten teilgenommen. Davon gibt es in Krakau und in Polen sehr viele, allerdings sind Polnischkenntnisse notwendig, um davon zu profitieren. Nirgendwo anders habe ich so viel Begeisterung für die Technologie wie hier gesehen. Es gibt ein Tag auf Twitter und Facebook, um die Events zu verfolgen: #OMGKRK. Nicht ohne Grund sagt man, dass Krakau das Offshoring-Zentrum Nummer Eins in Europa ist.

Es war in Polen, das ich zum ersten Mal erlebt habe, was in meinen früheren Projekten vor Ort beim Kunden immer nur ein Wunschtraum war: die konsistente Prüfung jedes Code-Ausschnittes durch einen zweiten Entwickler, bevor er eingecheckt wird, das heißt, das Vier-Augen-Prinzip. Ich erlebe hier auch einen Ansatz “Technology First”, in dem sich vorrangig zu den neuen Technologien öffnet, statt sich ausschließlich an die Wünsche des Kunden anzupassen. Wenn man an den technologischen Fortschritt glaubt, ist so ein Ansatz sehr befreiend.

Was in Polen auch sehr gut funktioniert, ist die Einbindung von neuen Mitgliedern in ein Team. Die neuen Mitarbeiter werden mit einer sehr großen Geschwindigkeit produktiv. Teilweise bereue ich, dass ich meine Karriere als Programmierer nicht in Polen begonnen habe - heutzutage wäre ich wahrscheinlich ein besserer Programmierer. Dennoch können sich meine professionellen Kompetenzen hier immer noch ausbauen.

Es gibt andere Bereiche, in denen aber die Polen nicht ebenso gut sind - davon aber ich habe schon gesprochen.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Ich bin drin



Ich bin seit anderthalb Jahren in Polen und erst seit einem Monat besitze ich einen Internetanschluss. Davor habe ich eine Prepaidkarte verwendet, “Orange Free na Karte”, die aber keine große Datenübertragung erlaubt. In der Tat kosten 6GB 100 zloty. Innerhalb meiner Wohnung funktioniert außerdem die Verbindung nicht gut, daher musste ich nach draußen gehen, um über Skype sprechen zu können.

Also habe ich mich entschieden, eine Festnetzverbindung bei mir einrichten zu lassen. Als die Techniker zu mir kamen, stellten sie fest, dass keine Telefonverbindung in meiner Wohnung vorhanden war. Sie meinten, dass  ein Kabel von der Schaltzentrale im Korridor bis zu meiner Wohnung gezogen werden sollte, und  dafür wäre eine Genehmigung von der Hausverwaltung notwendig. Die wird aber selten erteilt.

Ich beschloss daher, mir eine mobile Internetverbindung zu besorgen. Ich hatte es früher ohne Erfolg versucht, wie ich in einem vorherigen Beitrag geschrieben habe. Dieses Mal ging ich zu einem T-Mobile Shop. Dort reichte ich eine Kopie von meinem Pass, meinem Arbeitserlaubnis und eine Bescheinigung zur Festanstellung ein. Nach meinem PESEL fragten sie selbstverständlich auch. Die Mitarbeiterin fragte gleich in der Zentrale, ob mein Antrag genehmigt werden dürfe. Zum Glück waren sie großzügig und ich durfte direkt vor Ort den Vertrag unterschreiben.

Infolgedessen stehen mir jetzt jeden Monat 90 GBs zur Verfügung. Außerdem habe ich ein Paket gekauft, das eine unbegrenzte Datenübertragung während der Nachtstunden beinhaltet. Am wichtigsten ist es aber für mich, dass die Verbindung viel besser ist. Skype kann ich jetzt von zu Hause verwenden, ohne nach draußen gehen zu müssen. Allerdings bevorzuge ich jetzt ein anderes Programm, ooVoo, das geringere Anforderungen bezüglich der zu übertragenden Datenmenge hat.

Ich habe zusätzlich ein Netbook gekauft, ein Toshiba Satellite, welches ich zusammen  mit meiner mobilen Verbindung verwende. Dieses Netbook verwende ich gerade jetzt, um diesen Artikel auf Google Docs zu schreiben. Ein solches Netbook is aber absolut in der Lage, Spiele wie Rise of Nations und Civilization IV laufen zu lassen, die vor einigen Jahren einen Rechner auf dem neuesten Stand der Technik erforderten. Ich konnte mich nicht zurückhalten und ich habe sie wieder installiert, weil man von Zeit zu Zeit etwas spielen muss, um Dampf abzulassen.

Mit Sicherheit werde ich nicht mehr Tibia spielen. Ich habe in der Tat beschlossen, meinen Druiden der Level 43 und meine anderen Spielcharaktere zu entfernen. Ich nehme alles zurück, was ich in einem vorherigen Artikel darüber geschrieben habe: Die Tibia Gemeinschaft ist immer noch so unreif und feindlich, wie ich sie in Erinnerung hatte.  Der einzige Unterschied ist nur, dass jetzt weniger Leute spielen. Ohne Grund im Spiel von Jugendlichen ermordet zu werden, die mich danach vulgär auf Polnisch verspotten, ist nicht unbedingt meine Idee von Spaß nach der Arbeit.


Sonntag, 10. August 2014

Alternativen zu Facebook & Co in Polen

Gadu Gadu ist in Polen immer noch verbreitet.


Google, Facebook, Ebay, Amazon, Skype, YouTube, LinkedIn, Reddit. Die meisten von uns kennen sie und verwendet sie, da jede dieser Firmen es geschafft hat, ein Quasi-Monopol oder wenigstens einen großen Marktanteil in den jeweiligen Marktsektoren für sich zu sichern.

Das war aber nicht immer so. Es ist noch nicht lange her, da gab es für jeden dieser Dienstleister eine vernünftige Alternative, sowohl lokal als auch global. Fast alle sind inzwischen gescheitert und vergessen worden, wenigstens im westlichen Europa. Polen gehört aber zu den Ländern, die immer noch durchhalten und wo die oben genannten Dienstleister sich immer noch mit Wettbewerbern auseinandersetzen müssen.

Ebay ist in Polen verfügbar, allerdings bevorzugen die meisten Polen Allegro, wenn sie etwas kaufen oder verkaufen möchten. Auf Allegro kann man praktisch alles kaufen, auch ohne an Auktionen teilnehmen zu müssen.

Die meistbesuchte polnische Seite, Onet, hat ein Suchmaschine, “enhanced by Google”. Die meisten Besucher interessiert aber was direkt vom Portal Onet angeboten wird, das heißt Nachrichten, Sport, Kultur, Spiele, Personalanzeigen, Email usw... Die Portale Wirtualna Polska (WP) and Interia bieten ähnliche Dienste.

Sowohl auf Onet als auch auf WP kann man Kontakte mit anderen Benutzern knüpfen. Das größte soziales Netzwerk in Polen ist aber Nasza Klasa, das mit 14 Millionen registrierte Benutzer überzeugen kann. Viele von ihnen sind aber inzwischen nicht mehr aktiv und sind zu Facebook gewechselt, das mittlerweile auch dieses Land erobert hat. Facebook ist die zweitmeist besuchte Seite in Polen - Google liegt auf dem ersten Platz.

Amazon gibt es in Polen immer noch nicht. Um Bücher zu kaufen muss man sich daher an eine der vielen Online-Buchhandlung wenden. Da sie alle eine unterschiedliche Produktpalette bieten, musste ich die von mir gewünschten Bücher bei fast zehn Buchhandlungen bestellen. Ich lese gerne Bücher auf Polnisch.

Übrigens ist der Ecommerce-Markt in Polen sehr stark fragmentiert. Es ist nicht immer leicht, fündig zu werden oder eine gute Wahl unter den vielen Anbietern zu treffen. Das ist halb so schlimm, weil auf diese Weise die Preise niedrig bleiben. Um die Preise zu vergleichen ist der Dienst Ceneo äußerst nützlich, auch weil er anrüchige Seiten ausfiltert. Online-Betrügerein sind in Polen angeblich keine Seltenheit, ich kann aber aus meiner persönlichen Erfahrung von keinem berichten.

MSN Messenger wurde vor kurzem eingestellt. Man könnte annehmen, dass heutzutage jeder nur Skype verwenden würde. In Polen ist aber immer noch Gadu-Gadu, oder GG, sehr beliebt. Es besticht durch seine attraktive, einfache und funktionsfähige Benutzeroberfläche, die sehr anpassbar ist und viele Emoticons bietet. Es dient auch als Sprungbrett zu anderen Dienstleistungen, wie zum Beispiel soziale Netzwerke, Radio und SMS. Gadu Gadu ist mit über 50 Millionen registrierten Benutzern  in Polen immer noch weit verbreitet.

Youtube hat in Polen keinen echten Wettbewerber, obwohl es ein paar Alternativen gibt. Einige Leute bevorzugen zum Beispiel Wrzuta. Linkedin dagegen hält mit Goldenline, die zu einem aktiven sozialen Netzwerk für den Beruf geworden ist, nicht Schritt. Auch Reddit wird von seinem polnischen Klone, Wykop, überschattet.

Hier ist eine Liste der 100 meistbesuchten Seiten in Polen : http://widoczni.pl/info/top-100-najpopularniejsze-stron-w-polsce-2013/ . Am häufigsten unter ihnen besuche ich Gazeta, aber nur deswegen, weil sie als Startseite in meinem Browser voreingestellt war. Langsam wird es Zeit, dass ich diese Einstellung ändere. 

Donnerstag, 26. Juni 2014

Internetverbindung und Apps



In meiner Wohnung hier in Polen besitze ich weder eine Interverbindung noch einen eigenen Rechner. Stattdessen verwende ich ein Mobiltelefon, ein Tablet und das Notebook von der Firma.

Gleich an meinem ersten Tag in Polen besorgte ich mir eine Prepaid-Karte, die „Internet na kartę“ heißt. Solche Karten kann man sogar im Supermarket kaufen und dafür muss man weder einen Vertrag unterschreiben noch sich ausweisen – in Polen kann man ohne Problem anonym ins Internet gehen. Die Datenübertagung ist aber begrenzt, für 6 GB zahlt man 100 złotys.

Aus diesem Grund wollte ich einen Vertrag mit irgendeinem Mobilfunkanbieter abschließen. Ich möchte nämlich eine größere Menge von Daten pro Monat übertragen können.  Online klappte es aber nicht, weil alle diese Firmen einen polnischen Ausweis voraussetzen, um ihre Formulare erfolgreich ausfüllen zu können. Dann besuchte ich den Stand eines Anbieters in einem Kaufhaus, wo mir aber gesagt wurde, dass ihre Software genau das gleiche Problem hat. Einen Vertrag kann man angeblich auch durch Anzahlung einer Kaution abschließen, ich hatte aber genug davon und gab es auf.

Ich kann eben ins Internet mit dem Firmennotebook, das mit einem Modem ausgestattet ist. Für private Zwecke verwende ich aber lieber meine Prepaid-Karte. Das ist halb so schlimm, weil ich seit langem versuche, so wenig Zeit im Netz zu verbringen wie möglich. Das wird mir leichter gemacht, wenn mein Internetzugang begrenzt ist.

Da alle meine Geräte mobil sind, habe ich keine Ausreden dafür, während des Wochenendes zu Hause zu bleiben.  Ich kann überall auf die gleiche Weise ins Internet gehen, solange ich mein Handy oder mein Tablet mitnehme, die beide Android-Geräte sind. Wie die meisten Mobilgerätebenutzer, kämpfe ich mit ewig entladenen Batterien, daher habe ein paar Ersatzbatterien gekauft. Die Aktualisierung der Apps führe ich jedes Mal aus, wenn ich in irgendein Wifi-Netz komme, meistens unterwegs oder im Hotel.

Ich habe sowieso auf meinem Handy wahrscheinlich zu viele Apps.  Ich werde trotzdem einige von ihnen empfehlen. Alle kennen wahrscheinlich Google Maps und Google Translate. Ich habe das Wörterbuch der polnischen Sprache von Langenscheidt heruntergeladen, um schnell nach mir unbekannten Wörtern zu suchen. Wenn ich unterwegs bin, sind die Apps E-podróżnik (für Städteverbindungen) und Jakdojade (für öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt) sehr hilfreich. Die Fahrkarte kann ich auch mit dem Handy erwerben, durch die Angabe bestimmter Zeichenfolgen. Die App „Polska Niezwykla „ schlägt mir Sehenswürdigkeiten in der Nähe vor. Ich verwende immer noch keine Apps, um Taxen zu bestellen oder Zimmer in Hotels zu reservieren, die ich durch Google Maps gefunden habe – lieber rufe ich einfach an. Wenn es mir langweilig wird, lese ich ein paar Artikel auf den Seiten einiger polnischen Zeitungen, darunter auch solche, die zahlungspflichtig sind.

Aufgrund meines begrenzten Internetzugangs spiele ich nicht mehr Online-Spiele und lade auch keine großen Dateien mehr herunter. Ich freue mich, dass ich viel weniger Zeit vor dem Computer verschwende, seitdem ich in Polen bin.

Sonntag, 27. April 2014

The Witcher



Noch eine andere Methode, um eine Fremdsprache zu üben, ist es, Videospiele zu spielen. Rollenspiele sind für diesen Zweck am geeignetsten, weil sie viele Dialoge mit Untertiteln enthalten. Die Konversationen können sehr komplex sein, ansonsten sind sie aber linear und müssen eindeutig sein, anders als in Filmen. Der Spieler muss eben in die Lage versetzt werden, entsprechende Entscheidungen zu treffen, die den Spielverlauf beeinflussen werden.

Eines der besten Rollenspielen auf dem Markt heutzutage ist „The Witcher II“, das von der Warschauer Firma „CD Project RED“ entwickelt wurde. Es muss erwähnt werden, dass diese Firma auch für das Projekt GOG (Good Old Games) verantwortlich ist, dem wir verdanken können, dass wir ältere Spiele auf neuen Rechnern spielen können. Die Firma ist aber eher für die Spiele „Witcher“ und „Witcher II“ bekannt.  Zwei Millionen Kopien des Spiels „The Witcher II“ wurden weltweit verkauft, zum Vergleich wurde „Skyrim“, das erfolgreichste aber nicht unbedingt das beste Spiel aus dem Genre, 20 Millionen mal verkauft.

The Witcher (Wiedźmin auf Polnisch) ist ziemlich kultig in Polen. Die erste Geschichten bezüglich die Witcher wurden erstmals in 1986 in einer Zeitschrift veröffentlicht. Inzwischen gibt es mehrere Bücher, Filme, Comics und Spiele,  die die Geschichte des Haupthelden Geralt von Riva erzählen.

Die Welt der Witcher lehnt sich ans mittelalterliche Polen an, ansonsten wissen wir nicht, wo es sich befindet. Sie ist dünn bevölkert, die Straßen sind unsicher und überall lauern gefährliche Monster aus der slawischen Mythologie, wie z.B. kikimori und utopci, die häufig Menschen überfallen. Die Aufgabe der Witcher ist es, eben diese Monster zu bekämpfen : Sie werden schon als Kinder dafür auserwählt, dann werden sie bestimmten Mutationen unterzogen, während deren sich ihr Körper verstärkt, sich ihre kämpferische und magische Fähigkeiten verbessern, aber es zu Nebeneffekten wie Unfruchtbarkeit und weiße Haare kommt. Die Bücher und die Filme erzählen die Geschichte vom besten Witcher, Gerald, der zuerst die ihm zugewiesenen Aufgaben ohne Fragen ausführt, versteht aber endlich, dass die Menschen die echten Monster sind und nicht darum herumkommen kann, trotz seinem Eid eine Seite in den zwischenmenschlichen Konflikten zu ergreifen.

Die Handlung des Spiels schließt unmittelbar ans Ende der Bücher und Filme an. So darf der Spieler entscheiden, auf welcher Seite er kämpfen möchte bzw. ob er neutral bleibt. Die meiste Zeit ist der Witcher damit beschäftigt, Monster und Feinde zu bekämpfen, mich interessiert aber mehr die Geschichte. Aus diesem Grund spiele ich nicht selber, dafür hätte ich auch keine Zeit, sondern schaue ich mir sogenannte „Let’s play videos“ auf Youtube an, in denen ein kompletter Durchlauf des Spiels aufgezeichnet wurde.  Das macht mir mehr Spaß als das Anschauen eines Films, und gleichzeitig lerne ich mehr über eins der beliebtesten Spiele in Polen.

Bislang habe ich mir den Durchlauf von „The Witcher“ fast bis zum Ende angeschaut, und ich habe vor, mir ihn bis zum Ende anzuschauen und dann mit „The Witcher II“ anzufangen. Ich freue mich schon auf „The Witcher III“, das zum besten RPG-Spiel auf dem Markt werden könnte.