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Montag, 28. März 2016

Lernen wir Russisch



Endlich habe ich das Ergebnis meiner C1-Prüfung der polnischen Sprache erhalten, die ich im Dezember letzten Jahres abgegeben habe. Ich habe sie mit 98% bestanden. Jetzt werde ich mich aber von der polnischen Sprache etwas erholen. Ich wollte nämlich kroatisch lernen, aber erst nachdem ich einen guten Kenntnisgrad der russischen Sprache erreicht habe. Mit einem B2-Niveau wäre ich zufrieden, weil ich die B1-Prüfung schon vor einigen Jahren abgegeben habe - in Kiew, Ukraine, übrigens.

Wegen der aktuellen politischen Lage in Russland, habe ich nicht wirklich Lust, einen Russischkurs in Russland oder in einem anderen russischsprachigen Land zu besuchen, um dann dort die Prüfung abzulegen. Außerdem habe ich mich immer noch nicht entschieden, ob ich die ECL-Prüfung (leicht) oder diejenige der Russischen Föderation (schwieriger) machen werde. In diesem zweiten Fall habe ich Angst, dass ich mit Politik zu tun haben könnte, und dass ich bei meiner Äußerungen vorsichtig sein sollte. Dazu habe ich nicht unbedingt Lust. Andererseits habe ich schon Sommerkurse in Moskau und Sankt Petersburg besucht, als es schon Spannungen zwischen dem Westen und Russland gab. Trotzdem waren die Professoren sehr professionell, sogar wenn sie unterschiedlicher Meinungen waren, als ich es gewohnt bin.

Ich möchte die B2-Prüfung der Russischen Sprache im Mai ablegen, aber bis dahin bleibt nicht mehr viel Zeit. Ich habe dann versucht, einen Privatlehrer zu finden, der mir Nachhilfe geben könnte. Ich habe im Portal e-korepeticje gesucht und endlich habe ich eine Lehrerin mit guten Rezensionen gefunden. Ich bin zu ihr nach Hause gegangen und dann gab sie mir eine Probelektion. Sie vertrat ziemlich seltsame Meinungen - zum Beispiel, dass alle Kroaten faschistisch sind und dass sie nicht slawisch seien. Zu meinen Einwänden erwiderte sie, dass sie nichts überprüfen müsse, weil sie als Russin alles über Slawen weiß, und ich nichts wisse. Ich entschied mich, keine Lektionen mehr bei ihr zu machen.

Also habe ich eine Probelektion im Russischem Kulturzentrum gemacht. Dort fand ich die Leute einigermaßen normal, abgesehen von den typischen Russischen Meinungen. Ich habe mich für einen Semesterkurs angemeldet. Ich werde jeden Dienstag und Mittwoch bis Juli den Kurs besuchen. Danach habe ich vor, im Juli die B2-Prüfung der Russischen Föderation zu absolvieren.

Am Kurs nehmen ungefähr zehn Teilnehmer teil, die meisten davon sind schüchterne Studentinnen. Ich habe endlich die Chance zu sehen, wie schwierig Russisch für Polen ist. Es ist für sie in der Tat nicht so leicht, als ich dachte. Polen verstehen leichter grammatische Begriffe wie Aspekte der Verben, weil sie in beiden Sprachen gleich sind.  Es ist auch leichter für Polen Wörter zu lernen, die auf Russisch ähnlich sind. Trotzdem ist es selbst für Polen nicht leicht, ein gutes Niveau der russischen Sprachen zu erreichen - und nicht nur wegen dem Mangel an Motivation.


Mittwoch, 20. Januar 2016

Ich bereite mich auf die PMBOK-Prüfung vor

PMBOK - "wydanie polskie"


Ich sollte mich mehr auf meine Karriere konzentrieren. Letztes Jahr hatte ich die Möglichkeit, einen Vorbereitungskurs auf die PMBOK Prüfung zu besuchen, um danach Projekt Manager zu werden. Der Kurs fand in den Schulungsräumen von Comarch in Krakau statt. Das war für mich eine interessante Erfahrung, und untypisch, auch weil ich der einzige Ausländer war.

Der Kurs hat zehn Tage gedauert, währenddessen ich einige Werkzeuge zu den verschiedenen Aspekten des Projektmanagements gelernt habe: Integration, Bereich, Zeit, Kosten, Qualität, Human Resources, Kommunikation, Risiken... Während des Kurses habe ich Lernmaterial bekommen, aber ich werde die Prüfung mithilfe der sogenannten PMBOK-Bibel vorbereiten, wovon ich die polnische Ausgabe gekauft habe. Das Buch hat mich 30 Euro gekostet, ein bisschen weniger als die Originalausgabe auf Englisch (40 Euro). Ich habe schon geschrieben, dass technische Bücher auf Polnisch billiger sind.

Der Kurs war interessant, abgesehen davon, dass der Lehrer ständig erwähnte, dass Italiener sehr gerne die Hände beim Sprechen verwenden. Ich erfuhr, dass eine negative Einstellung gegenüber Kunden in Polen überhaupt nicht so durchgängig ist, wie ich dachte und ich in einem früheren Post geschrieben habe. Es ist gut zu wissen, dass man dem Kunden nur geben sollte, was er bestellt hat, und nicht mehr - ansonsten ist das "goldplating", das heißt Funktionalitäten, wofür es nicht bezahlt wurde. Der beste Kunde ist übrigens derjenige, der zurückkommt. Er hat aber nicht immer Recht: Er kann dir sagen, was er will, aber nicht, wie es umgesetzt werden sollte.

Während des Kurses gab es Gruppenarbeiten, wie in der Schule. Ich hatte immer ein bisschen Angst vor solchen Beschäftigungen, weil man nie genau weiß, wer was machen sollte. Zum Glück waren die Tätigkeiten während des Kurses ein bisschen strukturierter, allerdings auch ein bisschen seltsam. Wir bauten ein Katapult aus Pappe, um ein Ei zu zerstören, suchten nach Nägeln in einem Eimer voll Sand und bauten ein Gebäude nach, das sich in dem nächstem Raum befand. Alle diese Tätigkeiten sollten die verschiedenen Etappen eines Projektes darstellen.

Der Kurs ist jetzt zu Ende und inzwischen habe ich die C1-Prüfung der polnischen Sprachen abgegeben. Jetzt gibt es keine Ausreden: ich muss mich auf die PMBOK-Prüfung vorbereiten. Es ist aber für mich schwierig, mich selber zu motivieren, deswegen setzte ich die gleiche Strategie wie an der Uni ein: Ich lerne außerhalb meiner Wohnung. Ich pauke nur an Wochenenden. Dann sind aber Bibliotheken geschlossen, deswegen habe ich einen anderen Platz gefunden: einen Coworking-Raum in dem größten Handelszentrum in Krakau, Bronowice. Handelszentren in Krakau sind offen auch am Samstagen und Sonntagen. Ich habe fast die Hälfte der PMBOK-Bibel gelesen, mal sehen, wann ich die Prüfung versuchen werde.



Mittwoch, 9. Dezember 2015

C1-Prüfung der polnischen Sprache




Diese Woche habe ich die C1-Prüfung der polnische Sprache von ECL (European Consortium for... Languages) in Warschau abgelegt. Letztes Jahr hatte ich die B2 Staatsprüfung geschafft. Polnische Staatsprüfungen sind schwieriger, weil sie im Unterschied zu den ECL-Prüfungen auch einen  Grammatik-Teil enthalten.

Ich hatte nicht das Gefühl, dass der C1-Test schwieriger als derjenige der vorherigen Stufe war, abgesehen von einer einzigen Ausnahme: dem schriftliche Teil. Als ich die B2-Prüfung machte, musste ich einen Aufsatz mit 300 Wörtern schreiben, während man für die C1-Prüfung zwei Aufsätze mit jeweils 300 Wörtern, also 600 Wörter insgesamt, in der gleichen Zeit (anderthalb Stunden) verfassen muss. Deswegen konzentrierte ich mich vor der Prüfung auf den Schreibteil, indem ich alle Artikel aus diesem Blog in ein Heft abschrieb. Als ich zur Prüfung kam, hatte ich schon viel Schreibpraxis.

Da ich zuerst dachte, dass ich die C2-Staatsprüng abgeben würde (es gibt keine C1-Staatsprüfung), lernte ich viel Grammatik. Die meisten Probleme, die ich in dieser Sprache habe, haben mit ihrer lexikalischen Komplexität zu tun. Seit einiger Zeit schreibe ich in einem Heft alle Wörter, deren Konjugation und Deklination mir Schwierigkeiten bereiten. Es ist in der Tat allgemein bekannt, dass man am Besten ein Wort auswendig lernt, wenn man verschiedene Sätze schreibt, die dieses Wort in den verschiedenen Formen enthalten. Ich setze eine Mischung von alten und neuen Technologien ein : ein Heft und eine Excel-Datei, in der ich die Seitennummer mitführe, wo ich die Sätze aufgeschrieben habe, die das jeweilige Wort enthalten. Wenn man etwas in Kursiv schreibt, kann man sich besser daran erinnern, und es funktioniert besser als modernere Werkzeuge wie Supermemo.

Ich bin chronisch mit meinen Polnischkenntnissen unzufrieden (wie übrigens bei jeder anderen Sprache). Sprachen sind eine ungenaue Wissenschaft und wenn man in einer fremden Sprache schreibt oder spricht, kann man eine hohe Fehlerrate tolerieren, die beim Ingenieurwesen nicht denkbar wäre. Ich kenne die genauen Zahlen nicht, ich glaube aber, dass auf der B2-Stufe die Unkenntnis- bzw. die Unrichtigkeitsrate einer Sprache gegen 10 % tendiert, auf der C1-Stufe läuft sie gegen 5 %, und auf der C2-Stufe bewegt sie sich gegen 2 %. Das Kenntnisniveu eines ziemlich gut ausgebildeten Muttersprachlers ist wahrscheinlich vergleichbar mit der C2-Stufe, weil der Unterschied eher in den Geschwindigkeit und in den Reflexen liegt. Ich weiß genau, dass ich die meisten Fehler im Gespräch mache, weil ich schneller spreche, als ich sollte.

Wenn man eine Fremdsprache lernt, wird es zunehmend schwieriger seine Fehlerrate zu senken, je weiter man kommt. Typisch braucht man 2000 Wörter, um 90% einer Sprache abzudecken - genau das sind nämlich die Erfordernisse der B2-Stufe. Wahrscheinlich braucht man 6000 Wörter um 95 % (C1) und 15000 Wörter um 98 % (C2) einer Sprache abzudecken. Selbstverständlich setzt das voraus, dass man die entsprechenden Wörter konjugieren und deklinieren kann.

Vorausgesetzt, dass mein Kenntnisgrad der polnischen Sprache C1 ist ( warten wir mal auf das Prüfungsergebnis), würde ich viel weitere Stunden lernen müssen, um die C2-Stufe zu erreichen. Es ist unverschämt, dass man 6000 Wörter braucht, um von Null zur C1-Stufe zu kommen, und dass dann möglicherweise noch weitere 9000 Wörter notwendig sind, um nachfolgend C2 zu erreichen. Lohnt es sich überhaupt? Ich glaube nicht, dass ich ausreichend Motivation habe, um meinen Kenntnisgrad der polnischen Sprache zu einem solchen hohen Niveau zu bringen. C1 ist eine sehr hohe Stufe und es gibt nicht viele Ausländer, die so weit kommen. Die C2-Prüfungen der deutschen und englischen Sprache habe ich aber schon abgelegt.


Samstag, 25. Juli 2015

Eine neue Sprache lernen

Die Flagge Kroatiens, wie von einigen Polen gesehen wird...

Ich kann sieben Sprachen sprechen, abgesehen von Esperanto: Italienisch, Deutsch, English, Polnisch, Französisch, Russisch, Spanisch - in der Reihenfolge, wie gut ich sie beherrsche. So behaupte ich es wenigstens. In der Tat gibt es noch viel, was ich in jeder dieser Sprachen noch lernen könnte. Seit langem möchte ich trotzdem mit dem Lernen einer weiteren Sprache anfangen. Ich wusste aber nicht, welche.

Bevor ich ernsthaft mit dem Lernen einer Sprache beginne, muss ich davon überzeugt sein, dass mir das Land, in dem sie gesprochen wird, einigermaßen gefällt. Es sollte auch nicht so schwierig sein, interessantes Material in der jeweiligen Sprache finden zu können. Es ist wichtig, dass es Bücher, Comics, Lieder und Filme in meiner Zielsprache gibt, die mich ansprechen.

Wie ich schon mehrmals geschrieben habe, interessiere ich mich seit langem für die polnische Sprache. Am Anfang konnte ich kein interessantes Material auf Polnisch finden. Jetzt lese ich aber in dieser Sprache Comics und Bücher, höre Musik, schaue mir Filme und sogar Komplettlösungen von Computerspielen an. Daher habe ich in diesem Bereich keine Probleme mehr.

Rumänisch ist eine der Sprachen, die mich faszinieren. Ich habe aber Rumänien besichtigt und ich war nicht gerade begeistert. Unter anderem, Buchhandlungen und Bibliotheken in Rumänien sind durchwachsen. Außerdem geben Rumänen in der Europäischen Union am wenigsten für Kultur aus. Ich mag rumänische Musik, das reicht aber nicht aus. Daher beschloss ich, diese Sprache aus meiner Liste durchzustreichen. Es wäre allerdings nicht schwierig gewesen, sie zu lernen, weil sie der Gruppe der neulateinischen Sprachen gehört.

Ich wünschte, ich hätte eine gute Ausrede, um Ukrainisch zu lernen, denn diese Sprache gefällt mir sehr gut. Außerdem ist die Ukraine ein sehr großes Land, und ein Leben würde nicht ausreichen, um es vollständig zu erkunden. Das Land könnte ein großes Potenzial haben, insbesondere in meiner Branche, was die immer noch zu wenige dort angesiedelten erfolgreichen IT-Firmen teilweise beweisen. Es ist aber leider schwierig Geschäfte in Ukraine zu machen. Insbesonderes nach den letzten Ereignissen ist es unwahrscheinlich geworden, dass ich innerhalb meines Lebens die Ukraine in der Europäischen Union erleben werde.

Vor einigen Jahren habe ich Kiew besichtigt, und in diesem Jahr habe ich einen kurzen Ausflug nach Lemberg gemacht. Obwohl die russische Propaganda das Gegenteil behauptet, waren die meisten Konversationen, die ich in Lemberg gehört habe, auf Russisch und nicht auf Ukrainisch. Die meisten Filme im Fernsehen und die Musik, die man hört, sind auf Russisch. Auch die meisten Bücher in Buchhandlungen sind auf Russisch. In Ukraine ist die Arbeitssprache in vielen Branchen, einschließlich die IT-Branche, immer noch Russisch. Trotz meiner Vorliebe für die ukrainische Sprache, könnte ich es mir selber nicht rechtfertigen, wenn ich viel Zeit in das Lernen einer Sprache investieren würde, die nicht einmal in ihrem Ursprungsland weitgehend gesprochen wird.

Vor zwanzig Jahren hätte ich den ausgelacht, der mir gesagt hätte, dass er serbokroatisch lernen möchte. Warum die Sprache eines Landes lernen, wo ein grausamer Bürgerkrieg tobt? Der Krieg ist aber schon lange zu Ende. Letztes Jahr bin ich erst in Belgrad und dann bei einer Polyglottkonferenz in Novi Sad gewesen, und dieses Jahr war ich bei einem Kunden in Split. Mit Serbokroatisch (das jetzt zu einer polyzentrischen Sprache geworden ist, aufgeteilt in Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Montenegrinisch) bin ich schon früher in Kontakt gekommen und die Sprache hat mir gut gefallen - ich finde, sie ist eine der schönsten Sprachen in Europa.

Lohnt es sich überhaupt, Serbokroatisch zu lernen ? Das Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens ist sehr  ausgedehnt und ein Leben würde nicht ausreichen, um es zu erkunden. Kroatien ist schon in der Europäischen Union, während Serbien, Montenegro und Bosnien in die europäische Wirtschaft integriert sind, daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Länder in die Europäische Union eintreten. Die Ukraine dagegen handelt immer noch vorwiegend mit Russland. Die IT-Branche macht auch in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens Fortschritte.

Und wie sieht es mit der Kultur aus ? Mir gefällt die serbokroatische Musik, und ich habe sogar ein Blog darüber erstellt. Obwohl sie sich gegenseitig bekämpft haben, hören die Völker im ehemaligen Jugoslawien die gleiche Musik - kroatische Sängerinnen treten in Serbien auf, und umgekehrt. Buchhandlungen und Bibliotheken sind gut gefüllt, und man kann viele Bücher in diesen Sprachen über IT und andere interessante Themen kaufen. Es gibt auch eine gute Auswahl an gehobenen Comics. In diesen Sprachen gibt es auch viele Filme, sowohl moderne als auch welche aus der Jugoslawien-Ära. Die Leuten dort bevorzugen aber ausländische Filme; heimische Filme findet man in Buchhandlungen nicht und sie werden im Fernsehen nicht gezeigt.

Daher habe ich mich entschlossen, im Juli ein paar Wochen in Zagreb zu verbringen, um Kroatisch zu lernen. Ich habe mir dort Kroatisch von einer privaten Lehrerin beibringen lassen, die mir von der Sprachschule "Sputnik" vermittelt wurde. Ich glaube, ich habe Fortschritte gemacht und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr wenigstens die Stufe A2 erreichen werde. Ich habe zwölf Bücher auf Serbisch und Kroatisch gekauft, Material zum Übern wird mir also nicht fehlen. Ich muss eher aufpassen, dass ich Kroatisch nicht mit den anderen slawischen Sprachen die ich lerne - Polnisch und Russisch - mische.  Darüber werde ich in einem anderen Post schreiben.

Samstag, 25. April 2015

Welcher Sprache ähnelt die polnische Sprache ?




Welcher Sprache ähnelt die polnische Sprache ? Der deutschen oder der russischen Sprache? Ich werde häufig danach gefragt, worauf ich immer antworte, dass Polnisch weder an Deutsch, noch an Russisch, noch an irgendeine andere Sprache erinnert. Das stimmt aber nicht ganz.

Slawische Sprachen sind in drei Unterkategorien aufgeteilt: Ostslawisch (Russisch, Ukrainisch und Weißrussisch), Westslawisch (Polnisch, Tschechisch, Slovakisch und Sorbisch) und Südslawisch (Slovenisch, Serbisch-Bosnisch-Kroatisch, Mazedonisch und Bulgarisch). Sprachen werden in Gruppen und Untergruppen auf Basis von grammatikalischen und lexikalischen Ähnlichkeiten aufgeteilt, es handelt sich aber immer um eine ungenaue Klassifizierung.

Unter westslawischen Sprachen gibt es eine bestimmte Ähnlichkeit und gegenseitige Verständlichkeit. Wenn jeder in seiner eigenen Sprache spräche, würden sich sowohl ein Tscheche und ein Slowake, als auch ein Pole und ein Slowake gegenseitig verstehen. Überraschenderweise würden aber ein Tscheche und ein Pole dabei größere Schwierigkeiten haben. Vielleicht ist das auch ein psychologisches Hindernis, weil Polen Slowakei mehr zu mögen scheinen als Tschechien. In der Tat ist die Slowakei ein sehr katholisches Land und ein beliebtes Urlausbziel, dagegen gehören die meisten Tschechen keiner Konfession an (aus historischen Gründen, die auf die Hussitenrevolten zurückgehen) und angeblich sind in Tschechien die Frauen ... hässlich.

Sowohl Slowakisch als auch Tschechisch klingen einigermaßen komisch für ein polnisches Ohr. In beiden Sprachen sollte man allerdings aufpassen und die polnischen Wörter "szukać" (suchen) oder "słychać" (zuhören) vermeiden, die man leicht mit dem tschechischen und slowakischen Wort "šukat" verwechseln kann. Praktisch jeder Pole kann eine Geschichte über ein Missverständis wegen dieses Wortes erzählen, als während eines Aufenthaltes in der Slovakei oder in Tschechien Sätze wie "Ich suche meine Lehrerin" oder "Wir sind alle auf der Suche nach ihm" gesagt wurden.

Polnisch ist auch einer anderen größeren Sprache ziemlich ähnlich: Ukrainisch. Diese Sprache gehört der ostslawischen Gruppe an, ihr Wortschatz ist aber näher der Polnischen als der Russischen. Das kommt aus der ukrainischen Geschichte, denn das Land wurde "russisch" geboren, verblieb aber über Jahrhunderte in einer engen Beziehung mit Polen. Es gibt einige "praktische" Kurse Ukrainisch für Polen, die zu einem guten Verständis der Sprache nach wenigen Wochen begleiten.

Trotzdem ist die Beziehung zwischen Polen und Ukrainern einigermaßen ... komplex. Es gibt immer noch eine historische Feindlichkeit zwischen diesen zwei Ländern, die noch nicht vergessen wurde. Tatsächlich war vor dem Beginn der ukrainischen Krise der Genozid von Wolhynien ein beliebtes Thema in den polnischen Medien, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von ukrainischen Partisanen an der dortigen polnischen Bevölkerung verübt wurde. Außerdem betrachten leider viele Polen Ukrainisch immer noch als einen Dialekt der russischen Sprache - was man einem Deutschen oder einem Italiener verzeihen könnte, aber nicht einem Polen. Es besteht aber keinen Zweifel daran, dass Ukrainisch eine selbstständige Sprache ist, die eine beachtliche Literatur besitzt und die von fast 40 Millionen Menschen gesprochen wird, wie Polnisch.

Ukrainisch klingt auch sehr angenehm für ein polnisches Ohr - viel mehr als Russisch. Ukrainisch wurde angeblich in einem Wettbewerb als zweitschönste Sprache nach (selbstvertständlich) Italienisch in Europa gewählt, obwohl ich nicht genau weiß wann und wo er stattgefunden hat. Die ukrainische Musik ist einigermaßen beliebt in Polen. In der Tat gibt es einige erfolgreiche Musikgruppen in Polen, wie zum Beispiel Mirami und Enej, die auf Ukrainisch singen. Es sind normalerweise die Ukrainer, und nicht die Russen, die in den Sinn kommen, wenn man über die "slawischen Brüder" spricht.

Weißrussisch ist dem Polnischen auch recht nah, aber in geringerem Maße, und das hat sowieso weniger Bedeutung, da diese Sprache selbst in Weißrussland kaum gesprochen wird. Russisch dagegen ist ziemlich weit entfernt von Polnisch, und für Polen ist diese Sprache fast ebenso schwierig zu erlernen wie für "Nicht-Slawen". Außerdem wählen sie normalerweise nicht Russisch, wenn sie eine neue Kultur und Mentalität kennenlernen möchten. Wenn man aber schon Polnisch gelernt hat, wird es einem leichter fallen, die russische Grammatik zu verstehen (und umgekehrt). Trotzdem sind diese zwei Sprahen sehr unterschiedlich und weit weg von einer gegenseitigen Verständlichkeit. Das gleiche gilt für Polnisch und südslawische Sprachen.

Daher stimmt es nicht, dass Polnisch keiner anderen Sprache ähnelt - es ist aber wahrscheinlich wie keine andere Sprache, die ihr schon gelernt habt. Wenn man aber gut Polnisch kann, kann man sich damit auch in einigen der benachbarten Länder einigermaßen verständigen.