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Freitag, 15. Mai 2015

Putzen, Wäsche waschen, nähen

Gib deine Wäsche hier ab, und hole sie ab, sauber und fein duftend

Wisst ihr, was ich hasse ? Putzen. Zum Glück wohne ich in einer kleinen Wohnung für Junggesellen, und zum Glück existieren Putzfrauen.

In Polen ist es nicht schwierig, eine Putzfrau zu finden. Es ist aber schwierig jemanden zu finden, auf den man sich verlassen kann. Normalerweise bleibt man nicht zu Hause, wenn die Putzfrau kommt, daher gibt man ihr den Hausschlüssel und hofft, dass sie nichts stehlen oder kaputtmachen wird.

Bislang musste ich nicht selber eine Putzfrau suchen, denn zu mir kommt immer noch diejenige, die von meiner Firma empfohlen wurde. Ihr Stundensatz ist ein bisschen höher als der Marktpreis. Früher ließ ich sie nur die Wohnung putzen, dann habe ich sie aber gebeten, die Wäsche zu waschen und zu bügeln. Leider verstehen wir uns manchmal nicht und sie wäscht nicht, was ich gerade brauche, oder wäscht etwas, das ich schon selber gewaschen habe.

Es ist auch möglich, zum Waschsalon zu gehen, um dort seine Wäsche waschen und bügeln zu lassen. Waschsalons sind nicht besonders billig und der nächste ist ziemlich weit von meiner Wohnung entfernt. Aber wenigstens sind sie effizient - nach einem Tag ist die Wäsche schon abholungsbereit.

Diese Woche habe ich zum ersten Mal den “pralniomat” probiert, der sich von meiner Firma befindet. Es handelt sich um einen Automaten mit Schließfächern, in dem man seine Wäsche abgeben kann, nachdem man seine Telefonnummer und Emailadresse in das angeschlossene Steuerungsgerät eingegeben hat. Schon am darauffolgenden Tag kann man die gewaschene und gebügelte Wäsche abholen, indem man den zugewiesenen Code eingibt und mit Kreditkarte zahlt.

In Polen ist es auch leicht jemanden zu finden, der Näharbeiten zu guten Preisen macht. Auch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel einen Knopf an einem Hemd annähen. Ich weiß, ich könnte es selber tun, aber … jeder sollte machen, was er am Besten kann!

Dienstag, 20. Mai 2014

Bürokratie



Wenn man in ein anderes Land zieht, selbst innerhalb der europäische Union , muss man sich um viele bürokratische Angelegenheiten kümmern. Der erste wichtige Schritt war für mich das Anlegen eines Bankkontos, was erforderlich war, um mein Gehalt zu bekommen. Diese Aufgabe konnte ich bei einer internationalen Bank selbst ohne PESEL erledigen, was in Polen nicht unkompliziert ist.

Mein PESEL bekam ich erst nach anderthalb Monaten durch meine Firma. Das ist eine eindeutige Identifikationsnummer, die für viele bürokratische Vorgänge erforderlich ist. Meine Firma meldet mich beim ZUS (Zakład Ubezpieczeń Społecznych) an, das für Renten- und Krankenversicherung verantwortlich ist.

Das PESEL ist notwendig, um sich in Polen beim Ausländeramt anzumelden. Das muss man direkt im Büro machen, dazu muss man ein Formular ausfüllen und zahlreiche Unterlagen einreichen, außerdem muss man eine Bescheinigung eines Arbeitsverhältnisses beilegen.

Die Anmeldung beim Ausländeramt ist wiederum notwendig, um seinen Aufenthaltsort im Rathaus anzumelden. Dafür braucht man auch einen Mietvertrag. Die Anmeldung eines Aufenthaltsorts braucht man unter Anderem für die Steuererklärung und für die Anmeldung beim Konsulat.

Die Steuererklärung muss man in Polen spätestens bis Ende April einreichen, sonst droht eine Strafe. Als Arbeitnehmer musste ich nur die Daten vom PIT-11 Formular, das mir von der Firma gegeben wurde, ins Formular PIT-37 übertragen, und es im Steueramt abgeben. Dort bekam ich auch die Bescheinigung der Steuerresidenz in Polen, die ich nach Deutschland schicken muss – um die Steuern nur in einem Land zahlen zu müssen.

Der Umgang mit der polnischen Bürokratie war nicht so schlecht, wie ich mir vorstellte. Die Schlangen vor den Schaltern waren nicht lang, die Konsulate und das Ausländeramt waren sogar fast leer – anscheinend gibt es sehr wenige Ausländer in Polen. Den meisten Polen ist es nicht klar, dass ein Ausländer so viele bürokratische Vorgänge erledigen muss. Manche versuchten sogar, mich von der Anmeldung meines Aufenthaltsort abzuhalten, weil sie diesen Vorgang irgendwie mit dem früheren Regime assoziieren. Es stimmt auch, dass die Beamten nicht übermäßig freundlich sind – meine Angelegenheiten wurde aber immer ziemlich schnell erledigt.

Donnerstag, 3. April 2014

Wo ich wohne



Wenn man in eine neue Stadt und in ein neues Land zieht, nachdem man sich um die Arbeitssuche gekümmert hat, sollte man sich nach einer Bleibe umsehen. Das war für mich nicht schwierig, weil die Firma, die mich eingestellt hat, mir dabei sehr geholfen hat.

Die möblierte Wohnung, in die ich eingezogen bin, übertraf bei weitem meine Erwartungen. Sie wurde 2008 erbaut und ist sehr bequem und modern eingerichtet. Es handelt sich um eine sogenannte „kawalerka“, das heißt eine Wohnung, die für eine Person gedacht ist - für einen „kawaler“, einen Junggesellen. Das Angebot an solchen Wohnungen ist in München sehr knapp, in Krakau stehen sie hingegen in relativ großer Anzahl zur Verfügung.

Die Wohnung befindet sich in einem Komplex von Mehrfamilienhäusern, in dem einige Hunderte Menschen wohnen. Der Komplex ist komplett umzäunt und wird rund um die Uhr von Wächtern und Kameras überwacht. Die Tür meiner Wohnung ist mit einem Vier-Riegel-Schloss ausgestattet, sie kann mit vier Umdrehungen versperrt werden. Anscheinend haben die Leute viel Angst vor Überfällen in Wohnungen, aber die Diebstahlstatistiken sehen in Krakau nicht viel schlimmer aus als in anderen Orten. In dem Viertel, wo ich wohne, soll es allerdings schon Diebstähle gegeben haben.

Die Mietkosten sind nicht zu hoch, und die Wohnung ist ziemlich ruhig. Die Nachbarn sind nicht besonders kontaktfreudig - viele grüßen kaum. Es ist ein anonymes Wohngebiet für neu Zugezogene – Krakau wächst eben sehr schnell und ist inzwischen die zweitgrößte Stadt in Polen geworden, nachdem Lodz überholt wurde. Die größte Stadt ist immer noch die Hauptstadt, Warszawa.

Das ist ein ganz anderes Bild als das, was in älteren polnischen Filmen dargestellt wird, in denen sich die Leute sehr gerne in die Angelegenheiten der Nachbarn einmischen.